Die Gäste probieren das Zwickl-Bier: v.l. Vorstand Anton Pertler, Landtagsabgeordneter Ebner, CSU-Ortsvorsitzender Otto Christoph, 2. Bürgermeister Christoph Endl und JU-Kreisvorsitzender Christoph Weishäupl.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen die umfangreichen Investitionen der vergangenen Jahre. Die gesamten Investitionen seit der Gründung der Genossenschaft betragen ca. 14 Millionen Euro. Der jüngste Neubau und die Modernisierung des Betriebs – inklusive des neu gebauten Sudhauses – haben insgesamt 3,4 Millionen Euro gekostet. Zuletzt wurde eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen installiert, eine weitere Investition von 160.000 Euro. „Damit sparen wir monatlich rund 3.000 Euro an Energiekosten – das ist gerade für eine energieintensive Branche wie unsere ein echter Unterschied", erklärte Pertler.
Die Geschichte der Brauerei ist auch eine Geschichte des bürgerschaftlichen Engagements. Als das Fortbestehen der Lang Bräu auf dem Spiel stand, gründeten Freyunger Bürgerinnen und Bürger 2014 eine Genossenschaft und retteten damit ein Stück regionaler Identität. Heute zählt die Genossenschaft rund 300 Mitglieder, ein Anteil kostet 5.000 Euro. Dazu kommen knapp 2.000 sogenannte Lang Bräu Freunde. Besonders hob Pertler hervor, dass sich unter den Genossinnen und Genossen viele junge Menschen befinden. „Das zeigt, dass die Brauerei wirklich in Freyung und der Region verwurzelt ist – das macht uns stolz."
Ortsvorsitzender Otto Christoph betonte die besondere Leistung, die hinter diesem Modell steckt: Bei kleinen Brauereien gelinge so etwas nur selten. Pertler führte die Gruppe durch die vollautomatisierten Produktionsanlagen, erklärte den Brauvorgang vom Mahlen des Malzes über den Sud bis zur Abfüllung und gab einen Überblick über die Kapazitäten: Derzeit produziert Lang Bräu rund 15.000 Hektoliter jährlich, die Anlagen wären für bis zu 20.000 Hektoliter ausgelegt. Rund 70 Prozent des Absatzes entfallen auf das Helle, das hauptsächlich in einem Umkreis von circa 30 Kilometern vertrieben wird.
Besonderes Interesse weckte bei den Gästen das Zwickl – ein ungefiltertes Bier, das noch Eiweiß und Hefe enthält und dadurch geschmacklich milder und runder wirkt. Beim anschließenden Verkosten überzeugten sich die Besucher selbst. „Die Leidenschaft, die hier in jeden Schritt des Brauprozesses einfließt, ist wirklich beeindruckend. Lang Bräu ist mehr als eine Brauerei – es ist ein Stück Freyung", sagte Ebner.
Zum Abschluss der Führung fragte Ebner gezielt nach, wie die Politik den Betrieb besser unterstützen könne. Pertler nannte vor allem zwei Punkte: die aufwendige Bürokratie bei größeren Baumaßnahmen und die nach wie vor hohen Energiekosten. „Das belastet uns als Brauerei besonders, weil der Energiebedarf in unserer Branche einfach hoch ist", sagte Pertler. Ebner nahm diese Rückmeldung ausdrücklich mit: „Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, keine bürokratischen Hindernisse. Dafür setzen wir uns ein."