Beeindruckt zeigte sich MdL Stefan Ebner (links) als ihm der Herrgottschnitzer von Bodenmais, Sebastian von Zülow sein Meisterstück, eine mit Blattgold gefasste Herz-Jesufigur, präsentierte.
Gemeinsam mit seiner Frau Nicole führt von Zülow den Betrieb, den sein Vater Joachim vor 64 Jahren gegründet hat. Der gelernte Kirchenmalermeister hat das Unternehmen längst um ein weiteres Standbein ergänzt. Neben der Herstellung von kunstvollen Holzschnitzarbeiten betreibt die Familie seit 2011 auch eine eigene Imkerei. Fünf Mitarbeiter beschäftigt der Bodenmaiser Betrieb. Zudem arbeiten ehemalige Mitarbeiter als Freiberufler, auch für das Unternehmen auf Rechnungsbasis.
Beim Rundgang durch die Ausstellungsräume berichtete Sebastian von Zülow dem Abgeordneten, wie sehr sich der Markt in den vergangenen Jahren verändert habe. Vor allem die Konkurrenz aus China, insbesondere im Onlinehandel, mache dem heimischen Handwerk zu schaffen. Seine Schnitzereien, die überwiegend aus Lindenholz gefertigt werden, würden sich jedoch durch ihre hohe Qualität und die Liebe zum Detail auszeichnen.
Davon konnte sich Ebner bei seinem Rundgang selbst überzeugen. Ein großer Teil der Arbeiten ist dem sakralen Bereich gewidmet. Neben Kruzifixen mit und ohne Corpus finden sich dort Figuren von Engeln und Heiligen sowie zahlreiche Weihnachtskrippen mit dem Heiligen Paar und einer Vielzahl von Krippenfiguren.
Nicht ganz ohne Stolz berichtete von Zülow, dass seine Kunstwerke auch den Vatikan erreicht hätten. So habe MdEP Manfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP im Europäischen Parlament, bei ihm ein Gastgeschenk für eine Audienz bei Papst Leo genauso besorgt, wie für seinen Vorgänger Papst Franziskus.
Ein weiterer Raum ist der Volkskunst gewidmet. Dort stehen schaurige und furchteinflößende Holzmasken ebenso wie eine Nachbildung der Bodenmaiser Madonna oder des Auferstandenen Christus. Auch naturgetreue Nachbildungen heimischer Vogelarten gehören zum Angebot. Sie werden unter anderem für Vogelwarteprüfungen verwendet, bei denen zunehmend auf präparierte Tiere verzichtet werden soll.
Besonders beeindruckt zeigte sich Ebner von dem Meisterstück Sebastian von Zülows. Dabei handelt es sich um eine 80 Zentimeter große Figur des Auferstandenen Jesus, die im Mehrschichtverfahren veredelt wurde. Der Außenmantel erstrahlt in Polimentvergoldung, während das Unterkleid mit Glanzgold und rotem Lüster gestaltet ist.
Ganz im Zeichen der Imkerei steht ein weiterer Raum des Betriebs. Von Zülow fertigt nicht nur für seine eigene Imkerei, sondern auch für Imkereibetriebe in der Region Zubehör aus Holz an – darunter Bienenkästen und Wabenrahmen. Abgerundet wird das Angebot durch den Verkauf des Honigs aus der eigenen Imkerei.
Dass sich der Handel in den vergangenen Jahren stark verändert hat, spürt auch der Bodenmaiser Unternehmer. Deshalb baue er seinen eigenen Onlinehandel zunehmend aus. Dieser habe deutlich an Bedeutung gewonnen.
Beim Gespräch erkundigte sich Ebner auch danach, welche Herausforderungen die Branche derzeit besonders beschäftigen. Sebastian von Zülow nannte dabei vor allem die von der EU geplante Einführung für die Regelung für entwaldungsfreie Lieferketten. Zwar wurde der Anwendungsbeginn für kleinere Unternehmen nochmals bis Ende Juni 2027 verschoben. Die damit verbundenen Vorgaben würden dann jedoch einen erheblichen bürokratischen Aufwand mit sich bringen. „An diesem Betrieb sieht man, dass die derzeitige Planung dieses Gesetzes falsch ist. Für Regionen wie Bayern, in denen der Wald sogar wächst, ist ein Gesetz gegen Entwaldung, das irrsinnige Bürokratie verursacht, überflüssig“, so Ebner. Auch die Verpackungsverordnung stelle insbesondere kleinere Onlinehändler vor zusätzliche Herausforderungen. Als Beispiele nannte von Zülow die QR-Code-Kennzeichnung und die Verpflichtung zur Anbringung eines Widerrufsbuttons.
Zum Abschluss bedankte sich Stefan Ebner für das offene Gespräch und die interessanten Einblicke in den Bodenmaiser Familienbetrieb. Er versicherte, die Anliegen der regionalen Wirtschaft weiterhin mit Nachdruck in den Bayerischen Landtag einzubringen. Dem Geschäftsführer sprach Ebner seine besondere Anerkennung aus. Die Entwicklung des Betriebs zeige eindrucksvoll, was sich mit Innovationsfreude, handwerklichem Können und großem persönlichen Engagement erreichen lasse.