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26.03.2026 | Spiegelau/Region NP Bayerischer Wald

Tourismusregion Bayerischer Wald: Im Wettbewerb nur gemeinsam stark

MdL Dr. Stefan Ebner im Austausch mit FNBW-Geschäftsführer Robert Kürzinger

Der Tourismus zählt zu den zentralen wirtschaftlichen Säulen des Bayerischen Waldes. Um sich ein Bild über aktuelle Strukturen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven zu machen, traf sich Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Ebner mit dem Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald (FNBW), Robert Kürzinger zu einem Austausch.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Fragen zur gemeinsamen Vermarktung der Region, zum konkreten Mehrwert der FNBW für ihre Mitgliedskommunen sowie zu den Punkten, an denen innerhalb der Region auch Kritik geäußert wird. Ebner machte dabei deutlich, dass es ihm wichtig sei, sich differenziert zu informieren und unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen.


Trafen sich zum Austausch: Dr. Stefan Ebner MdL (links) und Robert Kürzinger.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 hat sich die FNBW zu dem zentralen Akteur im Tourismus des Nationalparkraums entwickelt. „Wir haben gemeinsam mit Kommunen, Landkreisen und Partnern wie der Nationalparkverwaltung tragfähige Strukturen, auch grenzüberschreitend, aufgebaut“, erläuterte Kürzinger. Ausgangspunkt sei die grundlegende Erkenntnis gewesen, dass der Bayerische Wald im Wettbewerb der Destinationen nur dann bestehen könne, wenn er sich als starke Einheit präsentiere – und dazu benötigt der Tourismusverband Ostbayern, neben den Landkreisen auch professionell organisierte Teildestinationen (wie die FNBW) und nicht eine Vielzahl einzelner, teils sehr kleiner Kommunen.

Heute umfasst die FNBW zwölf Kommunen in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen rund um den Nationalpark, beschäftigt 30 Mitarbeiterinnen (19 Vollzeitstellen) und betreibt zehn Tourist-Informationen. Ein aktueller Schwerpunkt liegt zudem auf der weiteren Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Nationalparkregion Šumava.

Im Gespräch von MdL Ebner mit Robert Kürzinger wurde auch deutlich, dass es in der Vergangenheit innerhalb der Region unterschiedliche Erwartungen an die Organisation gab. Einzelne Kommunen vertraten zeitweise die Auffassung, touristische Aufgaben eigenständig besser erfüllen zu können, oder sie sahen Aufgaben bei der FNBW, welche jedoch nicht in dem allgemeinen Portfolio waren und hinzugebucht werden mussten. Robert Kürzinger erläuterte, wie die FNBW diesen Erwartungen begegne und wie hier von seiner Seite viele Gespräche zur Klärung mit den betreffenden Kommunen geführt werden. „Gerade wenn Kritik im Raum steht, ist größtmögliche Transparenz entscheidend. Nur so entsteht Vertrauen“, stimmt Abgeordneter Ebner zu. Gleichzeitig betonte er auch, dass die strategische Richtung stimmt: „Unabhängig von der FNBW bin ich überzeugt, dass die Zukunft des Tourismusmarketings im Miteinander liegt, nicht im Nebeneinander. Vereinzelte Lösungen werden den Anforderungen moderner Gäste nicht mehr gerecht. Umso wichtiger ist es, dass die FNBW Kritik, wenn sie von Gemeinden geäußert werden, auch aufnimmt, das Gespräch sucht und dann an Verbesserungen arbeitet.“

Kürzinger hob heraus: „Unsere Aufgabe ist es, den Bayerischen Wald als zusammenhängende Urlaubsregion sichtbar zu machen. Gäste erwarten heute eine durchgängige Reisebegleitung – von der Planung bis zum Aufenthalt vor Ort. Das kann nur gelingen, wenn Informationen digitalisiert, gebündelt und professionell weiterentwickelt werden.“ Elementar sei dafür eine verlässliche Zusammenarbeit: „Wo stabile Verbünde entstehen, profitieren am Ende alle – Gäste, Kommunen wie Betriebe.“

Ebner hob insgesamt die große wirtschaftliche Bedeutung der Branche hervor: „Tourismus ist kein Nebenprodukt, sondern für viele Menschen in der Region Lebensgrundlage. Umso wichtiger sind starke, transparente und verlässliche Strukturen, die die Region nach außen geschlossen vertreten.“ Sein Fazit fiel entsprechend klar aus: „Der Bayerische Wald hat enormes Potenzial. Damit wir dieses voll ausschöpfen können, braucht es Professionalität, Offenheit im Umgang mit Kritik – und vor allem den gemeinsamen Willen, an einem Strang zu ziehen.“