Stolz auf den modernen „Wellness-Stall“: MdL Dr. Stefan Ebner mit der Familie Hollmayr im neuen Laufstall – v.l.: Dr. Stefan Ebner, Hans Hollmayr, Christina Hollmayr, Melissa Hollmayr und Vanessa Plenk
Der Rollentausch fand im Rahmen der diesjährigen Sommertour des Landtagsabgeordneten statt. Denn aktuell ist Dr. Stefan Ebner im gesamten Stimmkreis Regen, Freyung-Grafenau unterwegs, um Unternehmen, Einrichtungen, Kommunen, Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Familienbetriebe zu besuchen. Dabei sucht er gezielt das Gespräch mit den Menschen vor Ort. Die persönlichen Einblicke in deren Arbeit, Anliegen und Herausforderungen liefern wertvolle Impulse für seine politische Arbeit im Bayerischen Landtag. Gleichzeitig soll die Sommertour dazu beitragen, nah bei den Bürgerinnen und Bürgern zu sein und gemeinsam Perspektiven für eine starke und lebenswerte Zukunft der Region zu entwickeln.
Schon die ersten Stunden auf dem Hof der Familie Hollmayr, bestehend aus Hans und Christina Hollmayr, ihren beiden Kindern, Hans Hollmayrs Mutter Anna und seinem Bruder Bernd Hollmayr, zeigten hautnah, wie viel Verantwortung hinter jedem Liter Milch steckt. Die Versorgung von rund 170 Rindern sowie ein paar Pferden, Stallarbeit, Fütterung und Tierkontrolle bestimmen den Tagesablauf. Besonders eindrucksvoll war für den Abgeordneten die Begegnung mit einem in der vorherigen Nacht neugeborenen Kälbchen. Dabei wurde deutlich: Ein Landwirt ist oft weit mehr als nur Tierhalter. Nicht selten wird er auch selbst zum Geburtshelfer. Mit dabei war zudem Vanessa Plenk, die als Auszubildende zwei Jahre auf dem Hof mitgearbeitet hat, selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammt und jetzt ihre Ausbildung sehr erfolgreich beendet hat.
„Ich habe höchsten Respekt vor jedem Landwirt. Hier geht es nicht um einen Job mit geregelten Arbeitszeiten, sondern um Verantwortung an 365 Tagen im Jahr. Wer Tiere hält, ist immer gefragt, an Wochenenden ebenso wie an Feiertagen“, so Dr. Stefan Ebner. „Nine to five, work-live-balance, Vier-Tage-Woche und so weiter – wem das wichtig ist, der sollte nicht Landwirt werden“, sagt Ebner. Für Hans Holmayr ist die Verantwortung allerdings auch Teil dessen, was seinen Beruf ausmacht und was er daran liebt. „Ich arbeite gerne selbstständig, an der frischen Luft und mit der Natur. Vor allem aber mag ich die Arbeit mit den Tieren sehr. Das sind Dinge, die man in vielen anderen Berufen nicht findet“, erklärte der Landwirt. Gleichzeitig räumte er ein: „Wenn man Tiere hat, ist man natürlich auch immer angebunden. Der Arbeitstag endet nicht einfach mit dem Feierabend.“
Besonders stolz ist die Familie auf ihren modernen Laufstall, der den Tieren deutlich mehr Platz und Komfort bietet. Auf Initiative seiner Tochter Melissa wurde der Stall in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Auf dem Hof spricht man inzwischen schmunzelnd vom „Wellness-Stall“. Die Tochter studiert derzeit Agrarmanagement in Weihenstephan und sieht ihre berufliche Zukunft bewusst in der Landwirtschaft: „Viele fragen mich, warum ich Landwirtschaft studiere. Für mich ist die Arbeit unglaublich sinnstiftend. Man ist draußen, hat Freiraum und sieht jeden Tag, was man schafft. Diese Verbindung von Verantwortung, Freiheit und Natur begeistert mich. Deshalb möchte ich den Betrieb später gerne weiterführen“, berichtete sie.
Trotz aller Leidenschaft beschäftigen die Familie die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft. Immer häufiger erschweren bürokratische Vorgaben die tägliche Arbeit. Naturschutzauflagen, langwierige Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und komplexe Förderprogramme sorgen für zusätzlichen Aufwand. „Oft hat man das Gefühl, dass wir Landwirte immer mehr Zeit am Schreibtisch verbringen müssen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen ständig weiter“, schilderte Hans Holmayr. Besonders kritisch sieht er die Situation am Milchmarkt: „Der Milchpreis ist oft am Boden, während die Kosten steigen. Auf den Preis haben wir als einzelne Landwirte aber praktisch keinen Einfluss, gegenüber dem Handel fehlt uns die Verhandlungsmacht. Und oft wird plötzlich von Überproduktion gesprochen.“
Ein besonders drängendes Thema ist die anhaltende Trockenheit. Die Hitze und der geringe Niederschlag der vergangenen Monate setzen vielen Betrieben massiv zu. In mehreren Bundesländern, insbesondere im Süden Deutschlands, brechen die Futterbestände ein. Vereinzelt sehen sich Landwirte sogar gezwungen, Tiere früher als geplant abzugeben oder schlachten zu lassen. Auch auf dem Hof der Familie Holmayr sind die Auswirkungen deutlich spürbar. „Die Grundfutterversorgung wird vielerorts knapp. Zum Glück konnten wir noch Reserven aus dem vergangenen Jahr zurücklegen. Viele Kollegen haben dieses Glück nicht mehr“, sagte der Landwirt. Ebner würdigt den Einsatz von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer: „Die anhaltende Trockenheit stellt viele unserer Landwirte vor große Herausforderungen und kann bei einzelnen Betrieben zu erheblichen Ernteausfällen führen. Deshalb ist es richtig, dass Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die Situation genau im Blick behält und Unterstützung zugesagt hat. Entscheidend ist: Wenn belastbare Zahlen vorliegen und Hilfe notwendig ist, dürfen wir unsere landwirtschaftlichen Betriebe nicht alleine lassen.“
Neben 170 Rindern bewirtschaftet die Familie außerdem Waldflächen. Deshalb verfolgt sie auch die Diskussion um die europäische Entwaldungsverordnung mit Sorge. Viele Waldbesitzer befürchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand, ohne dass dadurch ein spürbarer Nutzen für die heimische Forstwirtschaft entsteht. „In Bayern wächst der Wald, statt zu verschwinden. Trotzdem belastet die Entwaldungsverordnung unsere Waldbesitzer mit neuen Formularen. Das ist überflüssige Bürokratie. Die Verordnung muss deutlich entschärft oder abgeschafft werden.“ Für Berufspraktikantin Vanessa Plenk, seit zwei Jahren auf dem Hof tätig, ist der Einsatz eine besondere Erfahrung. „Ich bin selbst auf einem Hof aufgewachsen und die Landwirtschaft hat meine Kindheit geprägt. Deshalb habe ich mich hier sofort wohlgefühlt. Natürlich gibt es Herausforderungen, aber genau das macht den Beruf auch spannend.“
Am Ende des langen Arbeitstages zog Dr. Stefan Ebner ein Fazit: „Ein sehr erlebnisreicher und ereignisreicher Tag. Mich beeindruckt, mit welchem Einsatz und welcher Leidenschaft unsere bäuerlichen Familien jeden Tag arbeiten. Gleichzeitig belasten Bürokratie, Preisdruck und die aktuelle Trockenheit die Betriebe sehr. Diese Anliegen sind zwar bekannt, aber ich will sie mit Nachdruck in meine parlamentarische Arbeit in München einbringen. Unser Ziel muss sein, den Landwirten wieder mehr Planungssicherheit, unternehmerische Freiheit und Wertschätzung für ihre unverzichtbare Arbeit zu geben.“ Denn hinter jedem Glas Milch stehen Menschen, die weit vor Sonnenaufgang beginnen, Verantwortung zu übernehmen – für ihre Tiere, für ihre Familien und für die Versorgung unserer Heimat mit hochwertigen Lebensmitteln.