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11.08.2026 | Freyung

Millionenförderung für die Grenzregionen

MdL Ebner im Austausch mit EUREGIO über die Zukunft grenzüberschreitender Projekte

Rund 100 Millionen Euro an EU-Fördermitteln könnten ab 2028 erneut in grenzüberschreitende Projekte zwischen Bayern und Tschechien fließen. Welche Chancen sich daraus für den Bayerischen Wald ergeben, darüber informierte sich Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Ebner bei einem Gespräch mit Kaspar Sammer, Geschäftsführer der EUREGIO Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn, im Europahaus Freyung.

Der Geschäftsführer der EUREGIO Kaspar Sammer (links) mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Ebner vor dem Europahaus in Freyung.
Die aktuelle Förderperiode endet 2027. Die Vorbereitungen für die Folgeperiode 2028 bis 2034 laufen bereits an und werden vom Bayerischen Wirtschaftsministerium koordiniert. Sammer machte dabei deutlich, welches Potenzial für die Region darin steckt: Für bayerisch-tschechische Projekte hofft man erneut rund 100 Millionen Euro an EU-Fördermitteln aus Brüssel zu bekommen. „Mittel, die direkt vor Ort zum Einsatz kommen und besonders wichtig für Entwicklung des Grenzraumes sind“, so Sammer.

Wie das konkret aussieht, zeigen viele laufende Großprojekte im aktuellen INTERREG-Programm Bayern-Tschechien. Im Landkreis Regen wurde kürzlich beispielsweise in Zusammenarbeit mit der tschechischen Gemeinde Malenice und dem Förderkreis des Schlosses Buchenau ein recht interessantes Projekt mit der Bezeichnung „Kulinarische Brücken im Böhmerwald und Bayerischen Wald“ genehmigt. Im Rahmen einer 80-prozentigen Interreg-Förderung werden dabei unter anderem historische Gebäude im Areal von Schloss Buchenau und in Malenice saniert. Die Förderung für dieses Projekt beläuft sich auf gut drei Millionen Euro.

Ebenfalls im Landkreis Regen vernetzt sich das Bild Werk Frauenau und das Glasmuseum Frauenau mit dem Museum Šumavy. Gemeinsam wird versucht die Geschichte und Gegenwart der Glasverarbeitung noch mehr in Wert zu setzen und damit dieses für Grenzregion bedeutende Kulturerbe zu erhalten und weiter fortzuentwickeln. Das Thema Glas soll so auch touristisch wieder stärker in den Fokus rücken. Für dieses Projekt werden ca. 1,5 Millionen Euro bereitgestellt.

In Freyung selbst läuft ein Projekt zur Nachnutzung des TonYversums. Nach der Bayerischen Landesausstellung wird das Haus als dauerhaftes Science Center und interaktive Mitmachausstellung rund um Klang, Schall, Musik und Hören weitergeführt – in Kooperation mit dem Techmania Science Center in Pilsen. Freyung, das Techmania Science Center und die Entwicklungsagentur in Südböhmen erhalten dafür rund 2,5 Millionen Euro aus dem Interreg-Programm. Bereits zuvor wurde der Bau des Aussichtsturms am Geyersberg über Interreg gefördert, gemeinsam mit der Stadt Vimperk, wo auf den sogenannten Brauereiterrassen ein neuer Park entsteht.

Neben solchen Großprojekten hat die EUREGIO nach Angaben Sammers mittlerweile auch fast 250 Begegnungsprojekte und kleine Tourismus- und Kulturprojekte von Gemeinden und Vereinen mit rund 5 Millionen Euro unterstützt. Viele davon seien schnell umsetzbar und mit einem Budget von bis zu 50.000 Euro pro Landesseite realisierbar. "Jedes Interreg-Projekt braucht einen tschechischen Kooperationspartner. Dabei entstehen wertvolle Kontakte, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wächst und der kulturelle Austausch wird gestärkt", erklärte Sammer.

Ebner zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und Wirkung der Projekte: "Die Arbeit der EUREGIO und das Programm Interreg sind für unsere Region außerordentlich wertvoll. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit lässt Regionen zusammenwachsen und hebt Potenziale, die wir sonst liegen lassen würden." Sammer ergänzte: "Gemeinsam können wir viel für die Region bewegen – und ein guter, direkter Draht zum Landtag hilft dabei enorm."

Ebner dankte Sammer abschließend für das konstruktive und informative Gespräch und kündigte an, die Anliegen der EUREGIO auch künftig aktiv zu begleiten und zu unterstützen.