Viele Aufgaben zum Amtsantritt: MdL Dr. Stefan Ebner (rechts) informierte sich bei Bürgermeister Markus Ilgmeier über die aktuellen Projekte und Herausforderungen der Gemeinde Innernzell.
„Der Beginn war äußerst arbeitsreich – täglich kommen neue Themen hinzu, die abgearbeitet werden müssen“, berichtete Bürgermeister Ilgmeier. In der Gemeinde mit gut 1.500 Einwohnern stehen derzeit eine Reihe von organisatorischen und strukturellen Aufgaben im Fokus.
Ein besonders dringliches Thema ist die Übernahme des Friedhofs durch die Gemeinde zum 1. Juli. Bislang lag die Verantwortung bei der Kirchenstiftung. „Wir müssen nun innerhalb kurzer Zeit eine Verwaltung dafür auf die Beine stellen, eine Friedhofssatzung erlassen und die laufende Pflege organisieren“, erklärte Ilgmeier. Hintergrund ist unter anderem der Ruhestand des Pfarrers, der die Friedhofsverwaltung bislang übernommen hatte. Damit werden aber die Kosten für die Bürger steigen, auch weil für das Gebiet eine Pacht notwendig wird: „Bisher lagen die Gebühren bei nur sechs Euro jährlich – künftig müssen wir kostendeckend arbeiten. Wir versuchen aber, die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten.“, stellte Ilgmeier heraus.
Auch in der Ortsentwicklung setzt Innernzell wichtige Impulse. Im neuen Baugebiet „Zellerfeld“ wurden bereits erste Grundstücke verkauft. Besonders hervorzuheben ist ein Projekt für ambulant betreutes Wohnen mit 24 Einheiten. „Das ist eine echte Bereicherung für unseren Ort und stärkt durch Einbeziehung der Nahversorgung auch die örtlichen Geschäfte sowie das soziale Angebot“, betonte Ilgmeier. Ein erfahrener Betreiber wird dort eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleisten.
Ein weiteres zentrales Vorhaben ist die Wiederbelebung des Projekts „Zum Bräu“. Dank einer in Aussicht gestellten Förderung von bis zu 80 bis 90 Prozent kann das Projekt neu angegangen werden. Geplant ist ein Bürgerhaus mit Vereinsräumen und einem Saal für bis zu 100 Personen. „Solche Orte sind für das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt im ländlichen Raum unverzichtbar“, so Ebner, der erst vor kurzem eine sehr gute Nachricht für das Projekt überbringen konnte, denn das frühere Gasthaus wird mit 30.000 Euro aus dem Bayerischen Städtebauförderungsprogramm 2026 unterstützt.
Darüber hinaus wurden wichtige infrastrukturelle Themen angesprochen, wie der aktuelle Stand bzgl. des Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie die geplante Erweiterung eines Rückhalteteichs. Positiv hob der Bürgermeister die Entwicklung im Kindergarten hervor, der mit über 80 betreuten Kindern sehr gut ausgelastet ist.
Die Gemeinde beschäftigt aktuell 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen. Auch hier zeigt sich die zunehmende Komplexität kommunaler Aufgaben. „Wir müssen ständig nachsteuern und Lösungen finden, um handlungsfähig zu bleiben“, so Ilgmeier.
Zum Abschluss des Besuchs betonte MdL Dr. Stefan Ebner: „Der regelmäßige Austausch mit den Bürgermeistern ist mir besonders wichtig. Einerseits kann ich dabei die Hintergründe politischer Entscheidungen auf Landesebene im direkten Gespräch erläutern, andererseits nehme ich wertvolle Einblicke in deren praktische Auswirkungen sowie aktuelle Herausforderungen unserer Kommunen mit in meine politische Arbeit. Das ist mir ein großes Anliegen – denn unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinden zu sichern und sie, wo immer möglich, spürbar zu entlasten.“