Auf dem Trockenen: (v.l.) Bürgermeister Jonas Höcker mit Landtagsabgeordnetem Stefan Ebner und den Mitarbeitern der Bärenwelle
Zu Beginn des Gesprächs erkundigte sich Ebner, wie sich der frischgewählte Bürgermeister in seinem Amt eingearbeitet habe. Höcker bestätigte, dass er sich gut in das Amt eingefunden habe und ergänzte, dass ein solches Amt naturgemäß Zeit und vollen Einsatz erfordere: „Man braucht eine gewisse Zeit, um wirklich in alle Bereiche hineinzufinden, aber ich bin gut angekommen." Den Einstieg erleichtert hat das volle Terminprogramm dabei nicht: Bereits kurz nach Amtsantritt stand mit dem Festakt zum 650-jährigen Jubiläum der Stadterhebung ein besonders bedeutender öffentlicher Termin an.
Auf die Frage nach den wichtigsten aktuellen Projekten nannte Höcker das Freibad Bärenwelle als vordringlichstes Thema. Im Anschluss an das Gespräch besichtigten Ebner und Höcker die Anlage gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitern. Das Freibad befindet sich derzeit lediglich im Teilbetrieb, da das Wellenbecken saniert werden müsste und aktuell von einem Gutachter geprüft wird. Das weitere Vorgehen hängt maßgeblich von dessen Bewertung ab.
Dabei kommt dem Wellenbecken eine besondere Bedeutung zu. „Dieses Bad hat ein überregionales Alleinstellungsmerkmal: In ganz Niederbayern existiert kein vergleichbares weitläufiges Freibad mit einem Wellenbecken, selbst das Passauer Erlebnisbad Peb verfügt nicht über eine solche Ausstattung“, so MdL Ebner. Für die Stadt ist das Bad damit nicht nur ein Freizeitangebot, sondern ein touristischer Faktor von erheblichem Gewicht. „Das Freibad ist für Grafenau touristisch von besonderer Bedeutung – der Erhalt hat für uns Priorität", so Höcker.
Ebner sicherte dem Bürgermeister seine Unterstützung zu und lobte Höckers Einsatz angesichts der Ausgangslage: „Bürgermeister Höcker hat eine anspruchsvolle Situation übernommen und geht sie mit großem Engagement an."
Weiteres Gesprächsthema waren die städtischen Leerstände in der Innenstadt. Exemplarisch genannt wurde das Gebäude des ehemaligen Café Friedl. Höcker und Ebner waren sich einig, dass dem Leerstand in zentraler Lage mit gezielten Maßnahmen begegnet werden müsse, um die Attraktivität der Innenstadt langfristig zu wahren.
Abschließend informierte Stefan Ebner den Bürgermeister über das neue sogenannte „Einfach mal machen"-Gesetz des Freistaats Bayern. Das Gesetz eröffnet Kommunen und Landkreisen die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, um bestimmte landesrechtliche Regelungen testweise für einen Zeitraum von fünf Jahren auszusetzen. Regelungen, die sich in der Praxis als entbehrlich erweisen, können auf dieser Grundlage dauerhaft für ganz Bayern abgeschafft werden. „Das Gesetz gibt den Kommunen die Möglichkeit, bürokratische Hürden, die im Alltag keine Funktion erfüllen, konkret zu benennen und zu beseitigen - das ist gelebte Entbürokratisierung", erläuterte Ebner. Höcker zeigte sich von dem Ansatz überzeugt und kündigte an, die Möglichkeiten einer Beteiligung der Stadt Grafenau eingehend zu prüfen.