Die Themen, die der im letzten Jahr neu gewählte Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Ebner mit Bürgermeister Herbert Preuß bei seinem kürzlich stattgefundenen Antrittsbesuch im Kollnburger Rathaus zu besprechen hatte, waren vielfältig.
Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Ebner (mittig) informierte sich bei Bürgermeister Herbert Preuß (re.) und Geschäftsleiter Christian Fries (li.) über aktuelle kommunale Anliegen der Gemeinde Kollnburg.Zunächst informierte Preuß seinen Gast darüber, dass es in der Gemeinde Kollnburg 13 Straßen gäbe, die nach Feststellung der überörtlichen Rechnungsprüfung keinen gemeindeverbindenden Charakter mehr hätten. Ginge es nach dem Willen des Landratsamtes, müssten diese Wege als Feld- und Waldweg abgestuft werden. Diese Vorgehensweise würde aber die Anlieger sehr hart treffen, da sie dann eigenverantwortlich für Unterhalt und Winterdienst sorgen müssten, erläuterte Preuß das Dilemma. Zur Vermeidung von Ungerechtigkeiten, schlug Preuß vor, dass die Entscheidungsfreiheit bei den Gemeinden bleiben soll.
Da es sich bei dieser Angelegenheit um ein Landesgesetz handelt, forderte der Bürgermeister MdL Dr. Ebner auf, sich ein Bild davon zu machen, wie die Umsetzung dieser Gesetzeslage in Gesamtbayern aussieht, da er eine Benachteiligung der Flächengemeinden befürchtet. Außerdem gäbe es im Gemeindebereich ohnehin einen Sonderfall, weil sich dort Bürger bereits bei Straßensanierungen privat finanziell mitbeteiligt hätten.
Um Straßensanierungen ging es auch beim nächsten Thema, das Preuß im Beisein seines Geschäftsleiters Christian Fries mit dem Abgeordneten besprach. Wenngleich über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Förderwege aufgezeigt würden, so wären die Vorgaben dafür oft sehr hürdenreich und auf die Auszahlung der Zuschüsse müssten die Gemeinden viel zu lange warten, wobei das ALE hierfür in keinster Weise die Verantwortung trägt.
Lob gab es für den Fortschritt des Breitbandausbaus in der Gemeinde Kollnburg. Gefördert über das Bundesprogramm werden im Burgdorf über 8,5 Millionen Euro in eine moderne Breitbandversorgung investiert. Ein Problem sieht Preuß in den verschiedenen Leitungstrassen, die teils oberirdisch verlaufen. Hier müsste die Telekom ihre Subanbieter besser kontrollieren, weil der Baufortschritt wegen dieser Probleme viel zu sehr stagnieren würde.
Positives gab es zum Thema Tourismus zu vermelden: "Die Übernachtungszahlen haben sich seit dem Jahr 2019 klar nach oben bewegt, was neben den zahlreichen Ferienhäusern und Ferienwohnungen, die ausschließlich privat betrieben werden, auch mit den Investitionen und der Weiterentwicklung in den größeren Häusern und Wellnesshotels zusammenhängt", so Preuß.
Mehr Bürgerfreundlichkeit forderte der Bürgermeister ein, wenn es um das Thema privater Hausbau geht. Preuß schilderte seinem Gegenüber so manches Beispiel, wo er sich von den Baubehörden eine stärkere Ausnutzung von Ermessensspielräumen wünschen würde.
"Auch im gemeindlichen Bausektor tut sich etwas in Kollnburg", informiert Preuß. So ist der Bau einer neuen Turnhalle an der Grundschule geplant. Dort werden zurzeit rund 100 Schülerinnen und Schüler in fünf Klassen unterrichtet. Dass er an diesem Level festhalten will, machte der Bürgermeister unmissverständlich klar.
Dazu passte auch die weitere Information, dass im Burgdorf mit inzwischen rund 2.900 Einwohnern ein kleiner Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen sei und die Geburtenrate als gut bezeichnet werden kann. Der Bürgermeister lobte seine beiden Familienbeauftragten Regina Stiglbauer und Dritte Bürgermeisterin Alexandra Fischl, die abwechselnd die Eltern von Neugeborenen besuchen und sie mit einem Geschenk der Gemeinde überraschen.
Zum Abschluss seines Besuches versprach MdL Dr. Stefan Ebner, dass er bei seiner Abgeordneten-tätigkeit die Gemeinden im Blick hätte, weil besonders diese untere politische Ebene für die Bürger erste Anlaufstelle bei Problemen sei.