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MdL Stefan Ebner bei BL-Lasertechnik: Mittelstand braucht bessere Rahmenbedingungen für Investitionen

Neuschönau., 20.10.2026, 12:49 Uhr

Wie leistungsfähig der heimische Mittelstand ist, aber auch mit welchen Herausforderungen Unternehmen derzeit zu kämpfen haben, wurde beim Besuch von Landtagsabgeordnetem Stefan Ebner bei BL-Lasertechnik in Neuschönau deutlich. Der Abgeordnete tauschte sich mit Juniorchefin Anna-Lena Bauer über die Entwicklung des Familienunternehmens, geplante Investitionen und die aktuellen Herausforderungen am Wirtschaftsstandort aus.
Empfangen wurde Stefan Ebner von Anna-Lena Bauer, die gemeinsam mit ihrem Vater Max Bauer, dem Gründer des Unternehmens, die nächste Generation in der Firmenführung repräsentiert. Bauer hat selbst Wirtschaftsingenieurwesen studiert und kennt damit sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Seiten des Betriebs.
Die Juniorchefin von BL-Lasertechnik, Anna-Lena Bauer präsentiert ihrem Gast MdL Stefan Ebner in der Werkshalle gefertigte Metallprodukte.Die Juniorchefin von BL-Lasertechnik, Anna-Lena Bauer präsentiert ihrem Gast MdL Stefan Ebner in der Werkshalle gefertigte Metallprodukte.
BL-Lasertechnik ist auf die Be- und Verarbeitung von Metall spezialisiert und beschäftigt mittlerweile rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Team gehören unter anderem Laserer, Bieger und Schweißer. Gefertigt werden beispielsweise Stahlträger, Rohre und Tragplatten. Zu den Kunden zählen unter anderem BMW sowie Unternehmen in Übersee.

Das Unternehmen verfügt inzwischen über zwei Standorte. Der ursprüngliche Firmensitz befindet sich in Neuschönau, während der Haupt- und Neubau in Philippsreut nahe der tschechischen Grenze angesiedelt ist. Dort plant BL-Lasertechnik bereits den Bau einer weiteren Fertigungshalle. Doch bis eine solche Investition umgesetzt werden kann, sind zahlreiche Hürden zu überwinden. Neben Genehmigungsverfahren und Umweltauflagen müssten beispielsweise auch Ausgleichsflächen geschaffen werden. Gleichzeitig plant das Unternehmen, die vor fünf Jahren bei einem Brand zerstörte große Fertigungshalle am Standort Neuschönau wieder aufzubauen.

„Wir wollen investieren und unseren Betrieb weiterentwickeln“, machte Anna-Lena Bauer deutlich. Die Rahmenbedingungen würden dies allerdings nicht immer einfach machen.

Für Stefan Ebner ist dies ein Beispiel dafür, wo die Politik ansetzen müsse. „Es gibt oft zu große Einschränkungen für Firmen. An diesem Hebel müssen wir ansetzen“, erklärte der Abgeordnete. Gerade für mittelständische Unternehmen sei es entscheidend, dass Investitionen nicht durch langwierige Verfahren und übermäßige bürokratische Anforderungen unnötig erschwert würden.

Auch die internationale Wettbewerbssituation war Thema des Gesprächs. Auf die Frage Ebners nach der Konkurrenz verwies Bauer insbesondere auf Unternehmen in Deutschland sowie in Tschechien und Polen. Dort seien die Lohnkosten teilweise niedriger. In Bezug auf relevante Wettbewerber betonte Bauer: „Unser Vorteil ist die Qualität!“ Gerade bei anspruchsvollen Produkten und hohen Qualitätsanforderungen könne sich das Unternehmen mit seiner Fertigung und seinem Know-how am Markt behaupten.

Für Ebner zeigt sich daran die Bedeutung starker mittelständischer Unternehmen in der Region. Damit diese auch künftig investieren und Arbeitsplätze sichern könnten, müssten die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Eine weitere Herausforderung ist die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern und Auszubildenden. Der Wettbewerb um junge Menschen sei mittlerweile groß, berichtete Bauer. „Wir würden pro Jahr einen bis zwei Azubis mehr nehmen“, erklärte sie. Am Standort Philippsreut helfe die unmittelbare Nähe zur tschechischen Grenze. Viele Mitarbeiter könnten dort aus dem Nachbarland gewonnen werden. Gleichzeitig bleibe es eine zentrale Aufgabe, junge Menschen für technische Berufe und eine Ausbildung im regionalen Mittelstand zu begeistern. Neben dem Fachkräftemangel nannte Bauer gegenüber Ebner insbesondere die Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, hohe Sprit- und Energiekosten sowie die Steuerbelastung als Herausforderungen für das Unternehmen.

„Wir brauchen wieder mehr Raum für unternehmerisches Handeln“ 

„Wenn ein Unternehmen investieren, Arbeitsplätze schaffen und Ausbildungsplätze anbieten will, dann sollte die Politik solche Vorhaben unterstützen und nicht unnötig erschweren“, fasste Stefan Ebner seinen Eindruck zusammen. Gerade bei Genehmigungsverfahren und bürokratischen Vorgaben müsse geprüft werden, wo Verfahren vereinfacht und beschleunigt werden könnten.

Dabei wurde im Gespräch auch deutlich, dass BL-Lasertechnik trotz der schwierigen vergangenen Jahre weiter nach vorne blickt. Besonders der Brand vor fünf Jahren habe das Unternehmen vor eine enorme Herausforderung gestellt. Die Zerstörung der großen Fertigungshalle sei ein schwerer Einschnitt gewesen. Dennoch habe man den Betrieb weiterentwickelt und neue Investitionen auf den Weg gebracht.

Auf die Frage, wie sie die Entwicklung des Unternehmens in den kommenden zehn Jahren einschätze, verwies Bauer auf die vergangenen fünf Jahre, die von zahlreichen Höhen und Tiefen geprägt gewesen seien. Gerade nach dem Brand sei die Situation schwierig gewesen. Dennoch überwiege der positive Blick nach vorne.

Mit dem geplanten Hallenneubau in Philippsreut und dem Wiederaufbau der Fertigungshalle in Neuschönau stehen bereits wichtige Projekte an. Für Stefan Ebner ein klares Zeichen dafür, dass Unternehmen wie BL-Lasertechnik trotz schwieriger Rahmenbedingungen bereit sind, Verantwortung für ihre Mitarbeiter und die Region zu übernehmen.