Ortstermin von MdL Stefan Ebner bei Bürgermeister Alexander Pieringer (r.)
Vor Ort schilderte Bürgermeister Pieringer die Tragweite des Schadens: „Es reicht nicht aus, nur den aktuell betroffenen Abschnitt zu sanieren. Die Gefahr ist groß, dass in wenigen Jahren weitere Teile der Straße nachrutschen.“ Unterhalb der Trasse verläuft die Wolfsteiner Ohe, was die geologische Situation zusätzlich erschwert. Als nachhaltige Lösung favorisiert die Gemeinde daher eine aufwendigere Sanierungsvariante mit sogenannten Mikropfählen, die tief in den Felsen verankert werden sollen. Dieses spezielle Verfahren könne die Stabilität langfristig sichern, sei jedoch technisch anspruchsvoll und nur von spezialisierten Fachfirmen umzusetzen.
Die Kosten für eine komplette Neutrassierung der Straße werden auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt. Die favorisierte Sanierungslösung inklusive Planungskosten liegt bei etwa 700.000 Euro. „Wir rechnen mit einer Förderung über FAG-Mittel von 70 bis 80 Prozent“, erklärte Pieringer. Dennoch bleibe insbesondere die Finanzierung der Planungskosten eine Herausforderung. Hier bat er den Abgeordneten um Unterstützung bei der Suche nach zusätzlichen Fördermöglichkeiten.
MdL Stefan Ebner sicherte zu, sich weiterhin intensiv für das Projekt einzusetzen. Er hatte sich bereits im Vorfeld für die Gewährung von Fördermitteln stark gemacht und kündigte an, erneut Gespräche mit der Regierung von Niederbayern zu führen, um die bestmögliche finanzielle Unterstützung für die Gemeinde zu erreichen. „Ich nehme mich der Sache an und werde alles daransetzen, hier eine tragfähige Lösung zu unterstützen“, betonte Ebner beim Ortstermin.
Neben den finanziellen Fragen spielt auch der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Die betroffene Straße ist für mehrere Hinterlieger von großer Bedeutung, darunter eine Kläranlage, eine Hühnerfarm sowie zwei Anwohner. Zudem dient sie der Erschließung landwirtschaftlicher Flächen und als Zugang zum Ilztal-Wanderweg in Richtung Schrottenbaummühle. Während der Bauphase wird die Erreichbarkeit lediglich über einen Feldweg möglich sein – und auch nur mit Allradfahrzeugen.
Für die Umsetzung der Maßnahme wird nach Angaben der Gemeinde mit einer Bauzeit von acht bis zwölf Wochen gerechnet. Bei optimalem Verlauf könnte die Sanierung bis Ende September oder Anfang Oktober abgeschlossen sein. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die notwendigen Gutachten – unter anderem durch einen Bodengutachter und einen Statiker – zeitnah erstellt werden. Erste Bohrungen zur Klärung der Bodenverhältnisse wurden bereits durchgeführt.
Abschließend betonte Bürgermeister Pieringer die Dringlichkeit des Projekts: „Der Hangrutsch kam nicht völlig überraschend – die Bäume wurden entfernt, das Wurzelwerk ist verfault. Über 100 Jahre ist es gut gegangen, jetzt müssen wir handeln.“ Der Förderantrag mit der vom Gemeinderat beschlossenen Sanierungsvariante soll zeitnah bei der Regierung eingereicht werden.
Der Ortstermin machte deutlich: Gemeinde und Abgeordneter ziehen an einem Strang, um schnellstmöglich eine sichere und dauerhafte Lösung für die beschädigte Verbindungsstraße zu erreichen.